Montag, 27. Januar 2014

Der Weg zur ersten Gewandung

Vom Mittelalter-Fieber gepackt machte ich mich daran meine erste Gewandung zu schneidern.
Der Kommentar meiner Schwester dazu war: "Was? Du und eine Nähmaschine?"

Viele Reenactor verteufeln ja moderne Hilfsmittel zur Herstellung der Gewandung. Für mich ist jedoch die Feinheit des Nähens mit der Maschine gerade das Authentische. Wenn ich von Hand alles nähen würde, wären die Nähte nicht ansatzweise so fein wie wenn ich sie mit der Maschine nähe. Die Frauen früher hatten ein so unglaubliches Geschick, dass sie sehr, sehr feine Nähte herstellen konnten. Das wäre für mich unmöglich von Hand.

Die Sichtbaren Nähte übersticke ich aber bis heute von Hand.

Erst einmal ging ich mit unserer "Klanmutti" in die heiligen Hallen eines ortsansässigen Bekleidungsherstellers.
Dieser stellt Trachten aus Wolle und Leinen her. Leider sind die Stoffe chemisch gefärbt, aber bei dem Preis pro Meter mache ich halt Abstriche. Ich achte aber (mittlerweile) darauf, dass die Stoffe nicht allzu chemisch gefärbt aussehen. Allerdings musste ich heute wieder feststellen, das auch ein sehr kräftiges Lila sehr wohl mit pflanzlichen Farben herstellbar ist.

Also erst einmal kräftig mit Stoff eindecken, nach Hause schleppen und dann ging es auch schon los.

Schnittmuster? Fehlanzeige. Wir haben da unsere ganz eigene Methode. Eine schon existierende Tunika wird einfach auf den Stoff gelegt, grob an Längen und Breiten angepasst und im Anschluss wird ausgeschnitten und munter-lustig drauf los genäht. Das klingt jetzt sehr wüst, aber nichts anderes machen wir. ;-)

Das Einpassen der Ärmel und das Aufnähen der Stoffborten an Ärmel und Halsausschnitt war dabei die größte Herausforderung.

Aber ich muss sagen, dass alles viel besser geklappt hat, als gedacht. Innerhalb von 2 Nachmittagen war meine erste eigene Gewandung incl. Mantel fertig.





Mensch, was war ich stolz darauf!


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