Mittwoch, 3. Dezember 2014

Von Büchern, Stoffen, Wünschen, Gehängen, Fellen, Keramik, gewebten Bändern und dem ganz normalen Wahnsinn

Sehr lange war es hier ruhig. Es ist wahnsinnig viel, aber irgendwie auch wieder gar nichts passiert ;-)
Momentan habe ich durch mein Studium und mein bevorstehendes Examen kaum Zeit zum Recherchieren und Basteln. Aber die nächste Saison kommt ganz bestimmt und dafür möchte ich gerüstet sein.

Was ist in den letzten Monaten so passiert?

Ich habe meine komplette Darstellung noch einmal überdacht. So wirklich zufrieden bin ich einfach nicht. Die Bezeichnung "Fränkin" ist mir mittlerweile zu ungenau geworden und sehr gerne hätte ich pflanzengefärbte Stoffe zur Verfügung. Dann würde ich mir eine neue Gewandung daraus fertigen. Aber leider spielt der Geldbeutel da momentan nicht mit. Also: Weiter recherchieren, Gedanken machen und irgendwann mal entscheiden wäre ganz nett ;-)

Weiterhin habe ich mir viele neue Bücher besorgt, um mich genauer zu informieren. Nur leider habe ich kaum Zeit da auch einmal rein zu schauen. Vor einigen Tagen habe ich von einem Gräberfeld bei uns in der Nähe erfahren. Vielleicht ist dort ja eine Darstellung dabei, die mir für die Zukunft als Grabdarstellung gefällt. Mal schauen. Das Buch ist bestellt. Ich warte auf die Post ;-)

Neue gesammelte Werke
Meinem Gürtelgehänge ging es auch an den Kragen. Nachdem ich gehört habe: "Das erinnert schon ein bisschen an Indiana Jones!", habe ich beschlossen, dass das Gehänge ein bisschen schmaler und kürzer werden muss. Also alles wieder aufgetrennt, eingekürzt, wieder zusammen genäht etc. Zufrieden bin ich noch nicht ganz, aber fürs erste wird es so schon einmal gehen. Eine meiner Bergkristallkugeln habe ich mittlerweile fassen lassen. Die andere hebe ich mir für einen ganz besonderen Plan auf... Ich hab da mal wieder so eine Idee. ;-) Diesen Spruch hasst mein Freund... :-P

Vorher
nachher
 


















Mittlerweile ist auch nach Fund gefertigte Knickwandkeramik bei uns eingezogen. Ich bin wirklich sehr begeistert. Ein Teil ist glasiert, was so nicht unbedingt belegt ist, aber zum Trinken ist es einfach hygienischer. Wenn man seinen Saft im Lager mehrere Stunden auf dem Tisch stehen hat, ist mir poröser Ton leicht suspekt. Jetzt fehlt mir nur noch ein Krug und eine etwas weitere Schüssel. Aber das hat Zeit. Fürs Erste bin ich keramiktechnisch glücklich :-)

Gefertigt von der lieben Anna Stadler
Dann habe ich mich unseren Schaffellen gewidmet. Wir haben mittlerweile eine ganz beachtliche Sammlung zusammen getragen. Interessant war, dass die neu gekauften mehr stanken als die, die wir vom Antiquitätenhändler oder vom Flohmarkt hatten. :-) Wir hatten uns aus dem Spectaculum in Worms ein wunderschönes flauschiges Fell gekauft. Zu Hause in der Wohnung roch es dann ganz stark nach Schaf. Vermutlich haben wir einen Bock erwischt. Wir versuchten das übliche Procedere mit auslüften, in den Nebel hängen (wirkt oft sehr gut) etc. Allerdings blieb der sehr penetrante Geruch genau so bestehen. Auch eines der Flohmarktfelle hätte besser riechen können. Meine Mitbewohnerin hat mir dann ihr Fell-Waschmittel mitgebracht, das sie für ihr Sattelunterlagen einmal gekauft hatte. Damit wurden die Felle dann in der Duschwanne malträtiert und siehe da: Sie riechen nur noch ganz zart nach ihrem ursprünglichen Geruch! Wer hätte es gedacht? Nun muss ich sie nur noch einmal aufkämmen und die Haut fetten, da sie doch durch das Waschen etwas härter geworden ist. Aber alles in allem bin ich sehr zufrieden. Sonst hätte ich dieses Fell nicht in meinem Zelt haben wollen.

Beim Bandweben habe ich mittlerweile mein 2. Band fertig gestellt. Es ist nicht wirklich schön, aber selten. ;-) Es war der erste Versuch eines gelesenen Musters. So habe ich mich an einem Fisch probiert und unser Klan-Symbol den Widderkopf habe ich auch mit eingewebt. Das soll bis auf weiteres meine Vitta werden, die ich über meinem Schleier tragen will. Je mahr Bänder ich webe, desto besser werde ich. :-) Beim nächsten Mal muss ich nur die Musterfäden deutlich dicker wählen.

mein zweites Band
Viele Dinge stehen auf der Wunsch- und To-Do-Liste:
- Naturgefärbte Stoffe für eine neue Gewandung
- Ein neues Bett muss her. Dafür brauchen wir erst einmal Holz. Vielleicht bekommen wir das
  vom hiesigen Sägewerk. Geplant ist ein Bett, wie ich es auf Goldlockes Blog gesehen habe.
  Das scheint relativ einfach umzusetzen sein. Dann brauchen wir noch Ausstattung für ins
  Bett. Meine Mutter hat mir eine Schafwollunterlage (war ursprünglich ein
  Matratzenschoner) als Matratze und 2 dicke Wolldecken angeboten. Die möchte
  ich dann in einen Bezug aus Wollstoff einnähen. Dann noch einige Felle dazu und wir
  dürften nachts nicht mehr frieren.
- Ich muss endlich einmal die Sprang-Haube für unsere Klan-Chefin fertigen, die ich ihr zum
  Geburtstag versprochen habe. Doch dazu brauche ich erst einen neuen
- Sprang-Rahmen. Meiner ist mir mittlerweile zu groß und unbequem. Ich möchte einen mit
  festetehenden Stangen, damit das Werkstück nicht mehr so viel Spannung verliert.
  Immerhin habe ich das Holz schon gekauft. :-)
- Meinen Schleier muss ich noch umsäumen, damit ich ihn mit meinem gewebten Band
  tragen kann.
- Beschläge für eine Wadenbindengarnitur. Diese will ich nach Fund anfertigen lassen. Ich
  warte wie gesagt noch auf einen Fundkatalog, in dem wahnsinnig tolle Abbildungen
  diesbezüglich drin waren.
- Im Verlauf hätte ich gerne ein neues Gürtelgehänge. Aber erst einmal abwarten, ob ich
   einen Grabfund finde, der mir zusagt.

Ich glaube das wars fürs erste... Aber bestimmt ist die Liste noch lange nicht vollständig. :-)
Ich würde sagen, ich bin in den letzten Monaten wieder ein kleines bisschen schlauer und authentischer geworden.

Freitag, 20. Juni 2014

Mein erstes Sprang-Haarnetz ist fertig :-)

Endlich habe ich es geschafft mein erstes Sprang-Haarnetz fertig zu stellen!
Ich bin wirklich stolz darauf.
Es hat zwar einige Fehler und vor allem finde ich es zu locker gewebt, aber es ist endlich fertig. Nun weiß ich, was ich falsch gemacht habe und was ich in Zukunft anders machen muss. So muss ich es z.B. kleiner machen, da es am Rand doch sehr weit weg steht und für meine Haare nach hinten zu lang ist.
Angeblich trugen fränkische Frauen diese Netze, damit die Haare nicht unter dem Schleier raus geschaut haben.

Das Netz ist in einem gewöhnlichen 1:1 Sprang gefertigt mit ab und an Wechsel zwischen Z- und S-Sprang. Die Mittellinie ist gehäkelt. Dabei habe ich mit 2 Häkelnadeln gearbeitet, um die Schlaufen gut durcheinander hindurch ziehen zu können. Nach Ende der Arbeit habe ich dann gemerkt, dass ich noch locker 1 oder 2 Reihen hätte weiter sprangen müssen, da das Netz sehr locker geworden ist. Aber bei 90 aufgespannten Fadenpaaren ist das gar nicht so einfach. 90 Fadenpaare ist auch viel zu viel. Beim nächsten Mal werde ich denke ich 70 nehmen. Auf einer Länge von etwa 40 cm (dieses Mal waren es etwa 48cm). Da muss ich mir aber noch einmal etwas genauer Gedanken darüber machen.




Mein erstes Sprang-Haarnetz
Die Kordel habe ich mit meiner Lucet gefertigt. Sie hat etwa eine Länge von 2m. Begonnen habe ich am unteren Ende des Werkstückes. Die Kordel habe ich mit Hilfe einer Holznadel so durch die Schlaufen gezogen, dass sei auf beiden Seiten etwa gleich lang raus schaut. Danach habe ich die Enden überkreuzt und erst einmal fest zugezogen, damit ein kleiner runder "Knüdel" entsteht. Da ich eine Art Säckchen habe möchte, habe ich danach die Kordel immer wieder überkreuzt. Also: Kordel überkreuzen, durch eine Schlaufe an der Seite des Werkstückes ziehen und wieder überkreuzen. Dies sollte in relativ kleinen Abständen geschehen, damit das Netz später schön hängt.
Dann geht es weiter, indem die Kordel an den Seiten des Netztes hoch durch die Schlaufen gefädelt wird und durch die Schlaufen am oberen Ende des Werkstückes gezogen wird. Also da, wo das Netz später an der Stirn sitzt. Es schaut nun also jeweils links und rechts an der Stirn ein Stück Kordel raus. Diese Enden werden zusammen gezogen und hinten im Nacken verknotet.
Irgendwie ist das sehr schwer zu erklären. Notfalls muss man einfach ausprobieren und aus seinen Fehlern lernen... Zwischenzeitlich dachte ich, dass meine Kordel zu kurz sei, aber sie hat völlig ausgereicht.

 Da ich es mit Worten einfach nicht genau erklären kann, habe ich mit meinen überrangeden Paint-Kenntnissen eine kleine Skizze erstellt ;-) Vielleicht werdet ihr ja daraus schlauer. Das Rechteck mit Linie in der Mitte ist das fertige Sprang-Werkstück mit Mittellinie. Die Kordel habe ich in 2 farbig unterschiedliche Abschnitte geteilt, dass man besser nachvollziehen kann, welcher Teil wo hin soll. Und die 2 Striche an der Seite stellen die Kordelenden dar, die im Nacken zusammen gezogen werden. Wie oft ihr die Kordel überkreuzt und in welchen Abständen das geschieht hängt davon ab, welches Endergebnis ihr erreichen wollt. Also wie groß das "Säckchen" werden soll und welche Form es haben soll.





Skizze Kordelverlauf im Haarnetz

Ich hoffe, dass ich euch ein bisschen weiter helfen konnte...

Es ist viel passiert

So, die ersten 2 Märkte für diese Saison sind rum. Es war einfach nur schön, endlich mal wieder zu lagern.

Allerdings bin ich auch ziemlich zum Nachdenken gekommen.
Dabei stellte sich raus, dass ich über die Franken an sich und ihre Geschichte einfach noch viel zu wenig weiß, um authentisch sein zu können. Also muss ich das ändern. Momentan bin ich wieder auf der Suche nach guten Quellen, um mich besser zu informieren. Zum Glück bin ich auf den Märkten auf sehr nette Menschen gestoßen, die mir gute Tips gegeben haben. Nicht nach dem Motto: "Ih, du bist ja null authentisch!", sondern eher: " Oh, schön, dass du dich dafür interessierst und bemüht bist dazu zu lernen:"

Mittlerweile gefällt mit meine Gewandung nicht mehr so wirklich. Genau wie mein Gürtelgehänge. Eigentlich muss ich sowohl das Gehänge als  auch meinen Gürtel austauschen. Aber da werde ich dann doch ein bisschen zu sentimental. Vielleicht irgendwann mal. Das Gehänge wird wohl früher weichen als der Gürtel. Aber das werden wir dann sehen.
Mein Übergewand habe ich mittlerweile um ca. 20cm gekürzt, da es sich von knöchellang zu bodenlang ausgehängt hat und ich mehrfach gelernt habe, dass wadenlang wohl eher passend ist. Jetzt geht es mir nur noch bis Mitte der Wade.

So entwickle ich mich immer weiter. Die nächsten Schritte wird es aber wohl erst nach den Klausuren geben, die im Juni und Juli auf mich zukommen...

Dienstag, 20. Mai 2014

Geburtstagsgeschenke

Juhu, juhu!!!!
Ich bin endlich im Besitz von 2 Bügelfibeln!
Ich finde sie einfach nur Wunderschön...

Mein Freund konnte es gar nicht erwarten sie mir zu Überreichen. So hat er mich um kurz nach 12 geweckt, um mir zu gratulieren und mich zu beschenken. Er hat mir ein Exemplar geschenkt. Das zweite bekam ich dann ganz unverhofft von seinen Eltern.

Ich bin immer noch hin und weg...

Bügelfibeln aus Grab 43 aus Griesheim/Darmstadt 2. Drittel 6.Jh




















Samstag, 10. Mai 2014

Die neue Gewandung nimmt so langsam Form an...

Die Saison steht so langsam vor der Tür. Also muss ich mich sputen, wenn ich mit neuer Gewandung aufwarten will...
Im Folgenden zeige ich ein paar Impressionen von meinen Werkeleien der letzten Wochen.

Übertunika und Untertunika sind so weit fertig. Wenn mir ein bisschen Zeit bleibt, möchte ich noch ganz einfache Symbole auf das dunkle Grün sticken. Inspiriert ist sie von einer Rekonstruktion der Arnegunde, bei der die Untertunika relativ kurz (bis kurz unters Knie) und die offene Tunika knöchellang ist. Bestickt sind alle Nähte mit Leinengarn. Teilweise im Kettenstich und teilweise mit dem Knopflochstich.



Meine neue Gewandung ist so gut wie fertig.

Detail Tunika mit Gürtel

Das Gürtelgehänge ist gerade in der Mache. Es ist eine freie Interpretation inspiriert von verschiedenen Funden und diversen Rekonstruktionen anderer Reenactmentgruppen. Ich habe mir Elemente raus gesucht, die mir zugesagt haben und diese passend zu meinem Gürtel umgesetzt. An den Ringen werden nach und nach diverse Utensilien befestigt. Diese muss ich mir aber erst noch besorgen.

Es geht dem Ende zu... Mein fleißiger Lederwerker ist auhc mit auf dem Bild ;-)

Das Gehänge an sich ist fertig. Es fehlt nur noch die Halterung, die das Ganze am Gürtel befestigt.
Detail Gürtelgehänge

Ein paar neue "Socken" incl. neuer Halterung fehlen noch...

Wenn alles fertig ist, zeige ich euch noch ein "Tragebild".

Montag, 28. April 2014

Wendegenähte Schuhe

Endlich sind sie fertig!
Mein Freund hat es letzte Woche geschafft, meine wendegenähten Schuhe fertig zu stellen.
Als Inspiration galt eine Rekonstruktion der Schuhe der Arnegunde. Allerdings waren diese spitz rekonstruiert. Da ich weiß, wie tollpatschig ich bin, habe ich mich dazu entschieden, die Spitze abzurunden. Sonst gibt es vielleicht noch gebrochene Füße. ;-)
Leider habe ich kein für unsere Darstellung verwertbares Schnittmuster gefunden. Also musste ich improvisieren.

Alles begann mit einer Plastiktüte und viel Klebeband. Danit habe ich meinen Fuß umwickelt, um die Form genau abzuformen. Dieses Gebilde habe ich dann aufgeschnitten und anhand dessen ein Schnittmuster erstellt.

Alles in allem hat es sehr gut geklappt. Unser Sohlenleder war schon etwas älter. Aus Angst, dass es reißen könnte, hat mein Freund die Nähte etwas weiter vom Lederrand entfernt zusammen gefügt. Aus diesem Grund merkt man die Nähte schon etwas beim Laufen. Wenn die Schuhe etwas eingetragen sind, werden wir die Nähte evtl. etwas einkürzen.

Passend zu meinem Gürtel hat er dann in den entsprechenden Farben noch Streifen auf die Schuhe gestickt. So sind sie nicht nur aus dem gleichen Leder wie der Gürtel gefertigt, sondern sie passen noch besser dazu.
 
Die Schuhe von oben

wendegenähte Schuhe


Schuhe und Gürtel zusammen

Schuhe und Gürtel von oben
     
Ich bin sehr gespannt, wie sich die Schuhe tragen lassen, in wie fern sie lagertauglich sind und wie lange sie halten...

Samstag, 22. März 2014

Unsere neue Lagertruhe ist endlich fertig!

Vor einiger Zeit hatten wir bei einem ehemaligen Schreiner aus unserem Ort eine Lagertruhe in Auftrag gegeben. Dieser Mann macht, um sich die Langeweile zu vertreiben und als Physiotherapie gegen seinen Parkinson, Körbe. Und das mit Leidenschaft und Hingabe.
Also sind wir Ende letzten Jahres zu ihm gegangen und haben gefragt, ob er für uns eine Lagertruhe machen würde. Als Maße hatten wir B/H/T: 80x60x60cm angegeben. Das hatte ich irgendwo als Angabe im Internet gelesen. Das stellte sich jetzt als "irgendwie ziemlich groß" heraus... :-D Aber macht nichts. So können wir unser ganzes Hab und Gut in einer Truhe unterbringen. Notfalls passt auch mein Freund in die Truhe rein... ^^
Das einzige Problem ist nur, dass die Truhe nicht mehr ins Auto passt. Also müssen wir in Zukunft immer mit Anhänger auf Märkte fahren. Aber was solls!
WIR HABEN NE NEUE LAGERTRUHE :-D :-D
Diese ist aus ungeschälten Weiden geflochten, wodurch sie einen wunderschönen Farbverlauf bekommen hat.




Die Truhe geschlossen


Geöffnet sieht man die Haltekette und das Scharnier
Einige kleine Details müssen wir noch verändern, um die Truhe mehr auf "A" zu trimmen, aber das kriegen wir schon hin. Dafür müssen wir die eingebauten Scharniere und die Haltekette entfernen und durch Lederbänder ersetzen und uns mit den Griffen noch etwas einfallen lassen.

Scharnier und Kette im Detail


Seitansicht

Ich freue mich schon riesig darauf unsere ganzen Sachen zu verstauen, sobald alle Weiden durchgetrocknet sind.

Freitag, 14. März 2014

Mein alamannischer Armreif

Zufällig habe ich letzte Woche auf Facebook in einer Mittelalter-Flohmarktgruppe einen alamannischen Armreif gesehen. Schon lange wollte ich so einen haben, aber entweder waren sie mir zu teuer oder sie haben mir nicht gefallen. Die Auswahl bei diesen Reifen ist leider sehr begrenzt.
Dieser hier ist zwar nicht aus Messing, sondern nur messingfarben, aber das macht mir nichts aus. Ich will ihn ja eh nur 3-4x/Jahr auf Märkten tragen. Dafür wird er durchaus genügen.

Der Armreif :-)
So sieht er getragen aus











Lebenszeichen

Leider habe ich momentan sehr wenig Zeit. Daher muss ich meine Gewandschneiderei leider zurück stellen.
Aber trotzdem bin ich nicht ganz untätig. Während ich abends wie erschlagen auf der Couch sitze, probiere ich an neuen Stickstichen rum. Bisher hatte ich alles mit dem Spaltstich gestickt. Bei meinen Recherchen bin ich auf Gewandschneider gestoßen, die sehr schöne Stiche verwenden. Also habe ich mich auf die Suche nach Anleitungen gemacht.

Schlingstich, Hexenstich und "Knopflochstich" habe ich mir ein bisschen näher angeschaut. Seitdem bin ich fleißig am Üben. Die Stiche sind an sich nicht sehr schwierig, aber sie regelmäßig hinzubekommen ist dann doch nicht ganz so einfach. Ich habe es sowohl mit Baumwolle, als auch mit Leinengarn ausprobiert.

Hier ein paar Impressionen meiner ersten Versuche:

Mein Leinenläppchen zum Üben
Der Schlingstich. Links mit Baumwolle, rechts mit Leinengarn. Die Unregelmäßigkeiten kommen durch willkürliche Richtungswechsel zustande.
Links der Hexenstich mit Leinengarn, rechts der Knopflochstich mit Leinengarn. Dazwischen ein Versuche des Schlingstiches mit doppeltem Faden.



Oben der Hexenstich mit Baumwolle, unten der Knopflochstich

Die Stiche sind alles andere als perfekt, aber für eine erste Übung doch schon ganz akzeptabel. Vielleicht kann ich diese Stiche bei meiner neuen Gewandung ja verwenden.





Dienstag, 4. März 2014

Die Fische sind fertig


Endlich ist es geschafft. Meine lilane, offene Tunika ist fertig bestickt.
Wie im letzten Post schon erwähnt, war ich schon länger am Sticken. Nachdem die Umrisse fertig waren, ging es an die Farbauswahl.

Die Umrisse sind fertig
Gar nicht so einfach. Nach einigem Überlegen habe ich mich für ein Rostrot für das "Hinterteil" entschieden.


Dann ging es weiter. Grün für den Hals, ein Sonnengelb für den Kopf und die Flossen und ein dunkelblau fürs Auge sollten es sein.

Der erste Entwurf
Aber das Sonnengelb war dann doch nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Also habe ich das gemacht, was einen am Sticken sehr frustrieren kann. Alles wieder aufmachen und neu sticken. Ich habe mich dafür entschieden, den Kopf und die Flossen auch Rostrot zu gestalten. Das Ergebnis gefällt mir richtig gut.




Die fertige Stickerei


Die beiden Ärmelbesätze
Das komplette Endergebnis werde ich in einem anderen Post einmal vorstellen.

Bis dahin warten noch sehr viele andere Dinge auf mich. Ein Haarnetz sprangen, das Gürtelgehänge machen, eine neue Gewandung nähen und besticken usw... :-)


Samstag, 1. März 2014

In Bearbeitung

Hier mal ein kleiner Zwischenstand meiner Stickerei.
Leider mache ich momentan ein Praktikum und bin abends immer sehr müde. Deshalb komme ich kaum voran. :-(
Um mein lilanes Übergewand endlich fertig zu stellen, habe ich mir überlegt, noch je einen Fisch auf die Ärmel zu sticken.
Der Fisch ist einer fränkischen Fibel nachempfunden. Wo genau diese gefunden wurde, muss ich noch einmal recherchieren.

Meine Stickutensilien

Der bisherige Stand der Stickerei

Der bisherige Stand der Stickerei

Sonntag, 23. Februar 2014

Sticksession

Die letzten Tage war ich mal wieder fleißig und habe meinem lilanen Untergewand die verdiente Stickerei verpasst.
Das Motiv ist eine Vogelfibel aus 6 wirbelförmig angeordneten Vogelköpfen von der Familie des fränkischen Reiters von Pleidelsheim (2. Viertel des 6. Jahrhunderts, Grab 141). Dieses Motiv habe ich mit farbigen Leinengarn im Spaltstich ausgestickt. Zugegeben ist die Farbwahl etwas eigenwillig, aber mir gefällt es... :-)
Das Motiv sieht etwas verzogen aus, jedoch habe ich es genau nach der Vorlage gestickt.
Dieses Motiv soll am Ausschnitt unter meiner offenen Tunika hervorschauen.

Stickerei einer Vogelfibel aus Grab 141 aus Pleidelsheim

Stickerei in Leinengarn am Ausschnitt meiner Tunika


Die Franken- Wegbereiter Europas

Schon letztes Jahr hatte ich mir dieses zweibändige Werk auf Amazon bestellt. Als nur ein Buch ankam, war ich zwar etwas stutzig, aber in all dem Stress dachte ich, dass es sich vielleicht um zwei Bände in einem Buch handelt. Als ich jetzt etwas Zeit hatte, habe ich ein bestimmtes Kapitel gesucht. Und siehe da: auf Seite 890 sollte das Gesuchte stehen. Mein Buch beinhaltete aber nur 578 Seiten. Also doch... Es fehlte doch ein Buch.
Naja, selbst Schuld, wenn man sich nicht gleich drum kümmert und nicht richtig nachschaut. -_-
Trotz, dass es schon ein halbes Jahr her war, hatte ich beim damaligen Verkäufer noch angefragt. Aber wie vermutet, konnte er leider nichts für mich tun.
Zum Glück habe ich in einem Antiquariat ein Exemplar des zweiten Bandes günstig ergattern können. *freu*

Also kann ich euch heute meine 2 Bände zeigen. Dieses Buch gibt es auch noch mit einem anderen, viel schöneren Einband. Das ist dann die Museumsausgabe dazu. Meine Freundin hat sich diese Museumsausgabe geholt. Heute Abend wollen wir mal vergleichen, ob es einander 1:1 entspircht...


Die Franken- Wegbereiter Europas

Sonntag, 16. Februar 2014

Er ist fertig! Mein merowingerzeitlicher Gürtel

Darf ich vorstellen? Mein neuer merowingerzeitlicher Gürtel.

Inspiriert von einer Rekonstruktion aus dem Grab der Arnegunde habe ich mich daran gemacht einen neuen Gürtel zu basteln.

Mein alter Gürtel war zwar auch selbst gemacht, aber mittlerweile weiß ich, dass er nicht zu unserer Darstellung passt. Es war ein einfacher, recht dünner Gürtel, der mir bis zu den Knien herunter hing.


Der alte Gürtel

In einem Buch über den Grabfund der Arnegunde haben die Archäologen einen 7cm breiten Ledergürtel rekonstruiert, dessen Oberfläche durch eingelegte Schnüre ein Relief bekommt.
Wie in einem vorherigen Eintrag schon erwähnt, habe ich Sisal genommen, um diesen Effekt zu erreichen.




Mit der Lochzange habe ich dann ganz viel  Löcher vorgestanzt. Ich wollte nicht, dass man die großen Löcher später sieht. Aus diesem Grund habe ich die gestanzten Löcher nachher mit einem Stück sehr dünnen Leder überzogen und mit einer Ahle in mühevoller Kleinarbeit noch einmal durchstoßen. Das war zwar wahnsinnig viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt...
Das dünne Leder habe ich von einem befreundeten Lederhosenschneider, der seine Reststücke günstig an uns abgibt.
Um das Leder ein bisschen an den Gürtel anzumodelieren, habe ich Lederkleber genommen.

Dann ging die Näherei los. Mit dem in einer zweiten Bestellung noch gelieferten Leinengarn habe ich dann die Reihen zwischen den Schnüren bestickt. Dabei habe ich mir für ein Grün, ein Rostrot und ein Gelbgold entschieden. Für den ganzen Gürtel habe ich 3 Nähnadeln geopfert. Irgendwie habe ich es immer wieder geschafft das Nadelöhr zu sprengen :-) .




Diese Arbeit hat mich viele Stunden und einige Hornhaut an den Fingern gekostet. Aber letztendlich bin ich richtig stolz auf das Ergebnis:

Der fertige Gürtel nach dem Vorbild der Merowinger

Die Beschläge hatten wir im Internet bestellt. Wenn es sich ergibt, werden sie irgendwann durch selbstgeschmiedete ersetzt.


Der Verschluss stelle uns vor eine Entscheidung. Entweder man nimmt einen etwas dünneren Riemen, den man durch die Schnalle zieht unt ein mal darum wickelt oder man nimmt die Lösung mit dem dünnen Lederbändchen. Letztendlich habe ich mich für die Variante mit dem Lederbändchen entschieden...


Der fertige Gürtel nach dem Vorbild der Merowinger

Ich freue mich riesig darüber, dass mein Plan funktioniert hat. Demnächst werde ich ein dazu passendes Gürtelgehänge fertigen, an das dann einige Utensilien gehängt werden.

Dienstag, 11. Februar 2014

Der heilige Gral

ENDLICH!!!
Er ist da!! Der Collingwood ist heute angekommen.
Seit ich mich mit Sprang beschäftige, war ich auf der Suche nach dem Collingwood. Auf Amazon kostet er zwischen 180 und 350€. Das ist dann doch ein bisschen zu viel für meinen Geldbeutel.
Nach einem Gesuch in einschlägigen Foren habe ich ein Angebot für 40€ bekommen. Da habe ich nicht lange gefackelt und direkt zugeschlagen.
Heute kam er an. Ich bin soooo gespannt, ob er wirklich so gut ist, wie alle "Spranger" sagen.
Jetzt gehts erst einmal ab auf die Couch zum Schmökern...

Peter Collingwood- The Techniques of Sprang


Fundstücke der Woche und neues von der Lucet

Am Wochenende war ich bei meinen Eltern zu Besuch. Schon vor einigen Wochen hatte ich mit meiner Mutter ein Gespräch über unsere alte "beim-Aufräumen-gefundene-Wollknäule-Tonne" :-)
Diese Tonne stand früher immer im Bügelzimmer und alle gefundenen Wollknäule wurden darin verstaut. Mittlerweile ist die Tonne auf dem Speicher gelandet.
Also bin ich am Samstag Abend auf den Speicher gestapft und habe ein paar schöne Schätzchen gefunden.
Abgesehen von der Wolle, die ich der Oma von meinem Freund gegeben habe, damit sie mir ein Paar neue Wollsocken stricken kann (ich liebe einfach Wollsocken), habe ich auch noch 8 Stränge Wolle gefunden, die mir von der Farbe her sehr gut gefallen.
Ich möchte sie zu Haarnetzen in der Sprang-Technik verarbeiten...
Mal schauen, ob ich das hinbekomme.
Besonders die rostrote und die grüne Wolle passen sehr gut zu meinen neuesten Stoffeinkäufen. Vielleicht lässt sich daraus ein schönes mehrfarbiges Haarnetz herstellen.
Leider kann ich nicht mehr nachvollziehen, aus welchem Material die Stränge sind. Verarbeiten werde ich sie aber trotzdem.



Mittlerweile scheine ich das "Stricken" mit der Lucet ganz gut drauf zu haben. Zummindest sieht die Kordel, die dabei raus kommt, verwendbar aus...
Meine Kerbe zur Optimierung der Form habe ich zwar immer noch nicht, aber so langsam gewöhne ich mich daran... ;-)

Lucet mit Kordel

Detailaufnahme Kordel